Forschungs- und Beratungsstelle für betriebliche Arbeitnehmerfragen

Gestaltung des Übergangs in den Ruhestand

Vorwort

Sind Regelungen zur Altersteilzeit auch nach Auslaufen der staatlichen Förderung ein Instrument zur Gestaltung des Übergangs in den Ruhestand? Finden Unternehmen und Verwaltungen Lösungen, um für Beschäftigte einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsleben zu ermöglichen? Diese Fragen standen am Anfang der Auswertung. Mit vorgezogenem Ruhestand können mehrere Ziele verfolgt werden: Für Arbeitgeber verjüngt sich im besten Falle die betriebliche Altersstruktur; für Beschäftigte kann er einen sukzessiven Belastungsabbau bedeuten und kommt so der individuellen Lebensplanung entgegen.

Heute wird der vorzeitige Ausstieg aus dem Berufsleben nicht mehr staatlich gefördert. Einige Tarifverträge sehen einen finanziellen Ausgleich vor, aber längst werden nicht alle Branchen davon erfasst. Gleichwohl ist der Bedarf vorhanden. Die Auswertung zeigt, dass Altersteilzeit ein sehr gutes Instrument zur Gestaltung der Übergänge in den Ruhestand sein kann. Ohne staatliche Unterstützung ist das Interesse von Arbeitgebern an diesem Instrument aber gering. Nur in wenigen Fällen gibt es Vereinbarungen, in denen Arbeitgeber die Leistungen soweit aufstocken, dass die frühere Attraktivität erreicht wird. In vielen Branchen gibt es keine Vereinbarungen zur Altersteilzeit. Damit entfällt für viele Beschäftigte diese Möglichkeit. Dort, wo Altersteilzeit ohne eine Förderung angeboten wird, ist sie für viele Beschäftigte finanziell nicht verkraftbar. Wenn Beschäftigte die Kosten des Übergangs in den Ruhestand tragen, kommen Lebensarbeitszeitkonten in Betracht, die in den Betrieben offenbar an Bedeutung gewinnen.

Für die Analyse wurden 124 betriebliche Vereinbarungen ausgewertet, die älteste stammt aus dem Jahr 1972. Den Schwerpunkt bilden jüngere Vereinbarungen ab 2005. Gegenstand der Auswertung sind Regelungen zur Altersteilzeit sowie damit in Zusammenhang stehende Regelungen, die einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Berufsleben ermöglichen, beispielsweise mit Lebensarbeitszeitkonten.

Es wird gezeigt, welche Regelungstrends bestehen und wie die betrieblichen Akteure das Thema aufgreifen. Mit den Analysen verfolgen wir nicht das Ziel, Regelungen zu bewerten, denn die Hintergründe und Strukturen in den Betrieben und Verwaltungen sind uns nicht bekannt. Ziel ist es, betriebliche Regelungspraxis abzubilden, Trends aufzuzeigen, Hinweise und Anregungen für die Gestaltung eigener Vereinbarungen zu geben.

Weitere Hinweise und Informationen zu unseren Auswertungen finden Sie im Internet unter www.boeckler.de/betriebsvereinbarungen.

Wir wünschen eine anregende Lektüre!

Dr. Manuela Maschke